An einer Demenzform erkrankt, was nun?

Sie haben die Diagnose bekommen. Der Arzt teilt Ihnen die erschütternde Nachricht mit. Sie leiden an einer Form von Demenz. Nachdem Sie den ersten Schock überwunden haben, fragen Sie sich erstmal, was nun? Was passiert nun mit mir? Muss ich in ein Heim? Werden meine Verwandten sich um mich kümmern? Wie lange kann ich noch für mich selbst sorgen? Wer zahlt das alles für mich?

Nach einer solchen Diagnose hat der Patient die Möglichkeit, eine Versorgevollmacht oder Patientenvollmacht auszufüllen. Hier werden alle Wünsche der Person vermerkt. Diese Unterlagen kann man sich ganz einfach im Internet herunter laden. Es wird angegeben, was mit der Person in bestimmten Fällen geschehen soll und wer die Person sein soll, die sich um alle Belange des Patienten kümmert. Solange die erkrankte Person noch fähig ist, darf sie selbst alle Entscheidungen fällen. Ab einem gewissen Stadium der Krankheit übernimmt dies dann der Vormund oder rechtliche Betreuer. Dieser wird entweder in der Patientenvollmacht oder durch den Staat bestimmt. Der Betreuer kümmert sich dann um alle Belange des Pflegebedürftigen.

Wer zahlt die Pflege?

Ist ein Mensch an einer Form der Demenz erkrankt, wird er zunächst einer Pflegestufe eingeordnet. Sie macht die Intensität der Pflegebedürfnisse deutlich. Nach ihr lassen sich auch die Höhe der Zuschüsse für die Pflege bemessen.


Als erstes werden das eigene Vermögen und Einkommen für die Pflegekosten verwendet. Ein Platz in einem Pflegeheim ist jedoch teuer und auch die entsprechende Pflegekraft für zu Hause kostet einen Batzen Geld. Nicht jeder hat Angehörige, die sich rund um die Uhr um einen kümmern können. Die Pflege muss also bezahlt werden. Die Pflegeversicherung kommt nur für einen geringen Teil auf. Wenn das eigene Kapital für die Pflege also aufgebraucht ist, sind Angehörige zum Unterhalt verpflichtet. Zu aller erst der Ehepartner. Sollte dies noch nicht ausreichen oder der Erkrankte nicht verheiratet sein, dann müssen weitere Angehörige, wie die Kinder bei ausreichend Einkommen für die Pflegekosten aufkommen. Sollte nach Berücksichtigung des Selbsteinbehaltens jedoch nichts mehr übrig bleiben, dann übernimmt das Sozialamt die übrigen Kosten.


Die Kinder des Erkrankten können sich nur in einem Fall weigern, für die Kosten der Pflege ihrer Eltern aufzukommen. Wenn die Eltern in früheren Jahren ihrer Unterhaltspflicht nicht nachgekommen sind, dann müssen die Kinder dieser auch nicht nachkommen. Hierfür empfiehlt es sich allerdings einen Anwalt zu Rate zu ziehen. Steuerliche Begünstigungen kann sich der Pflegebedürftige durch einen Schwerbehindertenausweis verschaffen.

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